Dez
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Wer ist der Gegner? Wirtschaftsspionage
“Aufklärung durch Kommunikationsüberwachung” klingt gut, wir sind ja eine aufgeklärte Gesellschaft. Nachrichtendienstlich bedeutet Aufklärung aber nichts anderes als Informationsgewinnung – und das nicht nur nm politischen und militärischen Bereichen, auch Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen sind zunehmend Ziel der Spionage.
Nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz richten sich die Begehrlichkeiten der Nachrichtendienste aber „nicht nur auf Großkonzerne, sondern auch auf eine Vielzahl innovativer klein- und mittelständischer Unternehmen“:
„In Deutschland befinden sich Wirtschaft, Wissenschaft und Spitzentechnologien im Mittelpunkt der Ausspähungs- und Beschaffungsbemühungen fremder Nachrichtendienste, aber auch von konkurrierenden ausländischen Unternehmen.“
Besonderes Interesse gilt demnach Unternehmen folgender Branchen:
- Automobilbau
- erneuerbare und saubere Energien
- Chemie
- Kommunikationstechnologie
- Optoelektronik
- Röntgentechnologie
- Rüstungstechnologie
- Werkzeugmaschinen (insbesondere CNC)
- Verbundwerkstoffe
- Materialforschung
Überwachung und Filterung allgemeiner Kommunikation zur Informationsgewinnung erfordert enorme technische und finanzielle Ressourcen und ist daher weniger bei privatwirtschaftlichen als nachrichtendienstlichen Auftraggebern anzusiedeln. Beispielhaft sei hier das größte bekannte Abhör- und Filtersystem Echelon (USA, Vereinigtes Königreich (UK), Kanada, Australien und Neuseeland) und Onyx (Schweiz) genannt. Obwohl Nachrichtendienste Organe eines Staates sind, betreiben diese neben der politischen und militärischen Aufklärung ebenso Wirtschaftsspionage, im Falle Russlands ist diese ausdrücklich Aufgabe des zivilen Auslandsnachrichtendienstes SWR.
Aber auch von „befreundeten“ Staaten geht eine Gefahr aus, so wurde Echelon nachweislich zur Spionage gegen Airbus verwendet um Boing Vorteile zu verschaffen[1] und der französische Geheimdienst leitete bei Siemens abgefangene Angebote über Hochgeschwindigkeitszüge für Südkorea an das britisch-französische Konsortium GEC Alsthom weiter, das daraufhin mit einem entsprechend günstigerem Angebot den Auftrag erhalten hat[2].
[1] Bundeszentrale für politische Bildung, Die politik der Infosphäre, http://www.bpb.de/publikationen/U3P11A,3,0,5_4_Echelon.html am 2008-05-18
[2] Spiegel Wissen, Angriff aus dem All, http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=10630164 am 2008-05-16
